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„Elektromobilität in Mitte“ – Brose Technik für Automobile

Das Brose-Werk blickt auf eine lange Tradition zurück. Brose steht für Neuerungen in der Technik. Ziel in Deutschland ist es, bis zum Jahr 2020 mindestens eine Mio. Elektroautos in Umlauf gebracht zu haben. Die Brose Gruppe beteiligt sich in ihrem Rahmen an der Verwirklichung dieser Zielsetzung. Es galt hier mal näher hinzuschauen.

Der Ausschuss für Wirtschaft, Arbeit und Ordnungsangelegenheiten tagte am 27.01.2014 unter Vorsitz von Martina Matischok in den Firmenräumlichkeiten und erfuhr interessante Details durch den Geschäftsführer Wolfgang Cunäus, der seit 1992 für die Brose Gruppe arbeitet und sich klar für den Standort Berlin ausspricht.

Die Brose Gruppe ist ein im Jahr 1908 in Berlin gegründetes Familienunternehmen, welches Technik als Zubehör für die Autoindustrie liefert. An 58 internationalen Standtorten in 23 Ländern arbeiten rund 21.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an mechatronischen Systemen und elektrischen Antrieben. Mit Produkten der Firma Brose werden rund 80 Fahrzeughersteller und Automobilzulieferer u. a. Mercedes, Audi, BMW, Volvo, VW, Fiat, General Motors, Continental und BOSCH beliefert.

Am Standort Berlin-Moabit in der Sickingenstr. 29-38 befindet sich das Werk seit 2008, wo 170 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für Entwicklung, Produktion und Zulieferung von Automobiltechnik  im Jahr 2013 einen Umsatz von 100 Mio. € erreichten. Weltweit werden 4 Mrd. Umsatz erzielt.

Am Standort Berlin werden acht Lehrlinge im praktisch gewerblichen Bereich in Kooperation mit Partnern für den theoretischen Teil ausgebildet.

Jahrelange Erfahrung in der Forschung und Produktionsentwicklung sind ein Garant für die weltweite Technologie- und Marktführung. Bereits im Jahr 1928 wurde ein Patent für ein Produkt angemeldet, das heute in allen Autos Standard ist, der Kurbelapparat für versenkbare Fenster. Jährlich werden um 200 Patente angemeldet, die die Firma Brose zu einem der 30 stärksten Industrieunternehmen in Deutschland machen.

In mindestens jedem dritten Auto befindet sich ein oder mehrere Fertigungsteile der Firma Brose, die als fünftgrößtes Familienunternehmen weltweit in der Branche trotz aller innovativen technischen Neuheiten für Beständigkeit in der Unternehmensstruktur steht.

Produkte sind dabei u. a. Technik für Fahrzeugtüren und Heckklappen (z. B. Schließsystem), Verstellsysteme für Vorder- und Rücksitze, Elektromotoren und Antriebe.

Nachhaltigkeit und Umweltschutz in Verbindung mit dem Bekenntnis zur gesellschaftlichen lokalen und globalen Verantwortung spielen eine große Rolle.So unterstützt Brose eine Reihe sozialer Projekte, spendet jährlich an die Charite Berlin und ist im Sportsponsoring aktiv.

Anfang 2011 kam es zum Zusammenschluss der Brose Gruppe und der SEW-Eurodrive, wonach beide Antriebs- und Ladesysteme für Elektro- und Hybridfahrzeuge entwickeln, produzieren und vermarkten.

Nach der Ausschusssitzung bestand Gelegenheit, sich mit der neuesten Technik auch praktisch vertraut zu machen und ein Elektrofahrzeug zu fahren.

Zuvor wurde allerdings das Brose e-Bike vorgestellt.

Brose e-Bike

Zuvor gab es aber noch Interessantes zu hören. So berichtet der künftige Geschäftsführer Christian Bandle, der in Gründung befindlichen Firma Brose e-Bike der Brose Gruppe, von den neusten Planungen in der Fahrradentwicklung.

Mit dem Anspruch „Kleinster, leichtester und effizientester Antrieb“, entwirft die Brose Gruppe einen Motor für e-Bike´s. Herr Bandle, verantwortlich für die Entwicklung des e-Bike-Antriebs erzählt von den Anfängen im Jahr 2010, von der Präsentation auf der IAA im Jahr 2011 zur Vorstellung der Brose Gruppe von einem elektrischen Antrieb für Fahrräder. Im Jahr 2012 wurde der Motor weiterentwickelt, seit 2013 ist die Serienreife erreicht. Im Mai 2014 geht es dann an den Markt, die Serienlieferung des Brose-Antriebs geht an die Fahrradindustrie. Allerdings handelt es sich hierbei nicht u eine ausschließliche Zulieferung des Leichtmotors, sondern gemeinsam mit Firmen der Fahrradbauindustrie z. B. SRAM wird das e-Bike designt und techisch aufgepeppt.

Die e-Bike Prototypen werden unter realen und harten Einsatzbedingungen in einem Dauerlauf von sieben Tagen die Woche getestet. Rund 100 Km  werden dabei täglich zurückgelegt, wobei zwischen 1.000 und 1.500 Höhenmeter überwunden werden. Ziel ist eine Mindesthaltbarkeit von 30.000 Km Nutzungsstrecke

Die e-Bikes werden dabei im laufenden Testverfahren weiterentwickelt.

Erwartungsvoll versuchten sich Ausschussmitglieder am Fahrtest der e-Bikes, bevor es weiterging und das Projekt der Wirtschaftsförderung Mitte von Herrn Gutzmer (STATTwerke Consult GmbH) vorgestellt werden konnte.

Elektromobilität im Bezirk Mitte – Projekt „eMobility in Mitte“

Zur Förderung der Elektromobilität, insbesondere des Elektroautos in Deutschland hat die Bundesregierung das Förderprojekt „Schaufenster Elektromobilität“ ausgeschrieben. 23 Bewerbungen gingen ein, vier Regionen wurden ausgewählt, die Massentauglichkeit von Elektroautos bis Mitte 2015 in einzelnen Projekten zu fördern. Berlin / Brandenburg bekam den Zuschlag mit der Wirtschaftsdienlichen Maßnahme „Internationales Schaufenster der Elektromobilität“.

Ein Projekt hat die Wirtschaftsförderung Berlin-Mitte als Auftraggeber mitinitiiert. Es handelt sich dabei um das Projekt eMobility in Mitte“, welches im Rahmen des Förderprogramms „Wirtschaftsdienliche Maßnahmen – WDM – „ eingerichtet wurde und eine Laufzeit bis August 2015 hat.

Kooperationspartner, die dieses Projekt gemeinsam umsetzen, sind die Wirtschaftsförderung Berlin Mitte, S.T.E.R.N. Gesellschaft der behutsamen Stadterneuerung mbH, STATTwerke Consult GmbH und Jürgen Allesch (Experte für Energie-, Verkehrstechnik und Elektromobilität). Jürgen Allesch ist seit dem Jahr 2011 Geschäftsführer Unternehmens „eM-Pro Elektromobilität GmbH“, Berlin, die sich mit der Entwicklung, Bau und Vertrieb von Elektro-Nutzfahrzeugen für die Stadt-Logistik befasst.

Projektauftrag:

–        Entwicklung eines Leitbilds zur Elektromobilität für den Bezirk Mitte

–        Mitwirkung bei Planungsverfahren zur Sicherstellung der Entwicklung einer Infrastruktur im Sinne von Elektromobilität

–        Einbindung von Unternehmen

–        Darstellung des Projekts und verschiedener Angebote der Elektromobilität im Bezirk Mitte.

Das WDM-Projekt dient dem Vorhaben:

–        Gesellschaften müssen mobil sein

–        Umwelt muss für nachfolgende Generationen erhalten bleiben.

Hier gilt es den Spagat hinzubekommen zwischen der Sicherung von Mobilität und dem Schutz unserer Umwelt. Die energiebringenden Ressourcen verringern sich oder belasten die Natur. Es ist daher wichtig, nachhaltige Mobilität zu entwickeln. Benötigt werden alternative Antriebssysteme. Diese sollen den Mobilitätsbedürfnissen der Gesellschaft gerecht werden und gleichzeitig die Ressourcen schonen und die Umweltbelastungen reduzieren.

Erreicht werden kann dies im Rahmen des 2009 eingeführten „Nationalen Entwicklungsplan Elektromobilität“ u. a. durch die Förderung wirtschaftsdienlicher Maßnahmen im Sinne der Entwicklung von Elektromobilität und der Markteinführung von Hybrid- und Elektrofahrzeugen in Deutschland.

Innovative und nachhaltige Mobilität – Elektromobilität – tangiert viele Bereiche u. a. den Individualverkehr privater Haushalte, den Firmenverkehr von Unternehmen, elektrischen Güterverkehr und Elektrolastenräder. Es wird auf die Speicherung und den Einsatz regenerativer Energien gesetzt.

Die Elektromobilität verfolgt drei Ziele:

  1. Sie soll die Lebensqualität verbessern.
  2. Sie soll die Wirtschaft nachhaltig stärken, Arbeitsplätze schaffen und sichern.
  3. Sie soll die Entwicklung neuer Technologien und Dienstleistungen stärken und international fördern und vermarkten.

Der Bezirk Mitte ist dabei zur Zielerreichung einen bedeutenden Beitrag zu leisten. Der Ausschuss für Wirtschaft und Arbeit wird die weitere Entwicklung gespannt verfolgen.

Martina Matischok