Berlin Mitte

Poststadion in Moabit – Berliner Sportgeschichte hautnah

Ende August tagten die Mitglieder des Sportausschusses der BVV Berlin-Mitte unter Vorsitz von H.G. Mahr im Moabiter Poststadion in der Lehrter Straße 59. Grund genug, sich mit der Geschichte und der aktuellen Situation dieser Moabiter Sportinstitution zu beschäftigen. Martina Matischok, Mitglied der SPD Fraktion in der BVV-Mitte, berichtet:

Sportgeschichte des Poststadions

Das Poststadion entstand in den Jahren 1926 bis 1929 als Wettkampfstadion mit einem Tribünengebäude für 35.000 – 55.000 Zuschauer auf dem ehemaligen Gelände des Exerzierplatzes der Garde-Ulanen. In den Jahren 1934 und 1936 wurde dort das Finale um die Deutsche Fußballmeisterschaft, 1936 die Spiele des Olympischen Fußballturniers ausgetragen. Die Deutsche Nationalmannschaft spielte mehrfach im Poststadion, im Jahr 1930 vor 50.000 Zuschauern, bei den Olympischen Spielen waren sogar 55.000 anwesend. Max Schmeling boxte 1935 im Poststadion, welches zu diesem Zweck zur Boxarena umfunktioniert wurde. Sportgeschichte und das Poststadion waren und sind eng verbunden. Denn derzeit wird wieder Fußballgeschichte im Poststadion geschrieben. Am 18.August kam das Stadion zu neuem Glanz als der Regionalligist BAK 07 hier in der ersten Runde des DFB Pokals gegen den Erstligisten TSG 1899 Hoffenheim mit einem sensationellen 4:0 triumphierte.

Das Poststadion war die wichtigste Sportstätte Berlins, bis es 1936 vom Olympiastadion abgelöst wurde. Heute wird es vom Sportamt des Bezirksamtes Mitte verwaltet, welches damit auch die Benutzung regelt. Seit 2003 wird das Stadion saniert, die erste Umbaumaßnahme schloss im Juli 2007 ab, weitere Umbauarbeiten folgen in den nächsten Jahren.

Sanierungsgeschichte

Das seit April 1990 als Baudenkmal geltende Poststadion bietet vielen Sportvereinen für Ballsport, Leichtathletik und Turnen ein Zuhause. Was möglich ist, da es neben einem Großfeld mit Naturrasen auch fünf Großfelder und ein Kleinspielfeld  mit Kunstrasen, zwei Leichtathletikanlagen, eine Sporthalle, eine Rudersimulationsanlage und eine Rollschuhlaufbahn hat. Die auf dem Gelände gelegenen acht Tennisplätze sind an einen Verein vermietet. Raum für Wassersport bietet die 1984 eröffnete und durch die Berliner Bäder-Betriebe verwaltete Schwimmhalle. Das dazugehörige Freibad an der Seydlitzstraße wurde allerdings im Jahr 2002 stillgelegt. Seitdem kämpfen die Mitglieder der BVV Mitte fraktionsübergreifend für dessen Wiedereröffnung. Die Vielzahl der angebotenen Sportarten, das gepflegte Ambiente und das Engagement der beheimateten Vereine sorgen dafür, dass das Poststadion eine enorme Auslastung aufweist.

Für die 2. Runde des DFB Pokals wurde mittels Auslosung dem BAK 07 der Zweitligist TSV 1860 München zugewiesen. Das nächste Pokalspiel wird aber leider nicht im Poststadion zu erleben sein, da für die am Abend gespielte Partei keine Flutlichtanlage im Stadion vorhanden ist. Während der Ausschusssitzung war auch der Präsident des BAK 07, Mehmet Ali Han, zugegen und äußerte darüber sein Bedauern. Auch hier waren sich alle Beteiligten einig, dass schnell eine Lösung gefunden werden muss.

Zukunftspläne

Die Investitionspläne für geplante Baumaßnahmen steigern die weitere Attraktivität dieser Sportstätte. So wird der Eingangsbereich wird neu gestaltet. Von der gerade neu entstehenden, für alle ansässigen Vereine nutzbaren Mehrzweckhalle ausgehend und dem Haupttribünengebäude angrenzend wird wahrscheinlich ein kleiner Imbissbetrieb ermöglicht. Möglicherweise wird dieser vom BAK 07 betrieben.

Der Deutsche Alpenverein wird ein nicht gewerbsmäßig genutztes Kletterzentrum bauen, sofern keine gerichtlichen Entscheidungen dagegen stehen. Auch die Wiedereröffnung des Freibades „Seydlitzstraße“ ist geplant und soll nach den Plänen 2014 mit Mitteln aus dem Förderprogramm „Stadtumbau West“ eröffnen.  Daneben entsteht auf dem Gelände eine Wellness-Anlage, auch eine Kita ist in Planung.

Die Zukunft des Poststadions sieht gut aus, die SPD-Fraktion der BVV Mitte wird den Fortgang begleiten.

Eine ausführlichere Version des Artikels erschien ursprünglich auf den Seiten der BVV-Fraktion.