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Verkehrspolitik: Mitte ist ein Ort zum Leben

Erst vor kurzem wurde erneut eine Radfahrerin in Mitte schwer verletzt als sie von einem rechtsabbiegenden Reisebus erfasst wurde. Fast täglich passieren Unfälle wie dieser auf den Straßen in Mitte. Zwei Ursachen sind dabei maßgeblich: Oft überholen AutofahrerInnen die RadfahrerInnen zu dicht oder sie biegen unachtsam ab. Vielerorts fehlt es an Radwegen, gerade auf den großen Straßen in unserem Bezirk. Dort weichen RadfahrerInnen dann auf Gehwege aus und es fehlt an sicheren Kreuzungen mit ausreichend Sichtkontakt zwischen allen VerkehrsteilnehmerInnen. Der immense Durchgangsverkehr auf der Mollstraße, der Holzmarktstraße, der Leipziger Straße und der Karl-Marx-Allee sowie die Belastung durch die Fernbushaltestelle am Alexanderplatz sind eine weitere Ursache für das hohe Unfallrisiko von RadfahrerInnen und FußgängerInnen.

Jan Stöß @Julie RotheVerkehrswege in der Berliner Innenstadt

RadfahrerInnen und FußgängerInnen besser schützen!

Besonders in Mitte leben VerkehrsteilnehmerInnen oft gefährlich. Wochenlange Sperrungen durch Baustellen oder Großveranstaltungen wie kürzlich das Rennen der sogenannten „Formula E“ auf der Karl-Marx-Allee belasten nicht nur FußgängerInnen, AutofahrerInnen und RadfahrerInnen – sondern vor allem die AnwohnerInnen im Herzen der Stadt. Das gegen den Willen des Bezirks durchgeführte Autorennen hat die Menschen vor Ort an ihre Grenzen gebracht. Hierfür müssen künftig Orte außerhalb der Innenstadt gefunden werden. Mitte ist ein Ort zum Leben, nicht nur Kulisse für Großveranstaltungen. Auch die Fernbushaltestelle am Alexanderplatz, das zeigt nicht nur der jüngste Unfall, vergrößert die Verkehrsbelastung und die Gefahr für andere VerkehrsteilnehmerInnen. Hinzu kommt in der Innenstadt die besonders große Luftbelastung durch das hohe Verkehrsaufkommen. Darunter leiden vor allem die Menschen, die in Mitte leben – gerade ältere Menschen und Familien mit Kindern.

Im Zentrum Berlins müssen wir die Bedingungen dafür schaffen, dass alle Menschen sicher und auf guten Straßen ihre täglichen Wege zurücklegen können. Dazu gehört vor allem, den Durchgangsverkehr und den Wirtschaftsverkehr aus der Innenstadt heraus zu lenken, das Angebot des öffentlichen Verkehrs weiter auszubauen und für mehr und sicherere Wege für FußgängerInnen und RadfahrerInnen zu sorgen. Diesen Weg wollen wir weiter gehen.