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Diskussionsveranstaltung: Das gemeinsame Haus Europa – Ende einer Vision?

IMG_0365In einer Rede vor dem Europarat im Juli 1989 beschwor der Vorsitzende des Obersten Sowjets der UdSSR, Michail Gorbatschow die Idee von einem gemeinsamen Haus Europa. „Die Philosophie, die hinter dem Konzept des gemeinsamen Hauses Europa steckt, schließt jede Wahrscheinlichkeit einer militärischen Auseinandersetzung aus, wie auch jede Möglichkeit einer Inanspruchnahme oder Androhung von Gewalt, besonders aber die Anwendung von Militärgewalt zwischen Bündnissen, innerhalb eines Bündnisses oder wo auch immer.“, vier Monate später fiel die Mauer.Auf der Krim und in der Ukraine wird heute deutlich, welche Gefahren heraufbeschworen werden können, wenn in historischen Umbruchsituationen unterschiedliche Interessen und Konfliktpotentiale nicht ausreichend wahrgenommen und von den politischen Akteuren berücksichtigt werden.
Das gemeinsame Haus Europa scheint ramponiert, der Pfusch am Bau sei offensichtlich, manche rufen nach der Abrissbirne. Die Feiern zum 70. Jahrestag der Befreiung vom Nazi-Faschismus sind gerade verklungen und schon muss wieder an die unverzichtbaren Grundlagen europäischer Politik erinnert werden.

Die Abteilung Friedrichstadt der Berliner SPD will über Europa reden  und hat dazu Prof. Dr. h.c. Horst Teltschik als Referenten eingeladen. Prof. Teltschik gehörte seit 1972 zum engsten Beraterkreis von Helmut Kohl, ab 1983 als Vize-Chef des Kanzleramts. Er hat in dieser Funktion die Deutschland-, Außen- und Sicherheitspolitik maßgeblich mitgestaltet. Von 1999 bis 2008 hat er die Münchener Sicherheitskonferenz geleitet. Im Rahmen ihrer Veranstaltungsreihe zur politischen Bildung lädt die Abteilung Friedrichstadt  herzlich ein am Dienstag, 16. Juni 2015 um 19:00 Uhr in die Aula der Evangelischen Schule Berlin Zentrum, Wallstraße 32, 10179 Berlin. Gäste sind wie immer herzlich willkommen.