Allgemein

Internationaler Gedenktag für Flüchtlinge

Der 20. Juni, der zuvor der Afrika-Flüchtlingstag war, ist seit dem Jahr 2001 von der UN-Vollversammlung aus Solidarität mit Afrika zum zentralen internationalen Gedenktag für Flüchtlinge ausgerufen worden. Der sog. Weltflüchtlingstag würdigt das Schicksal, sowie den Mut der Flüchtlinge der Welt und stellt somit einen Tag der Besinnung und des Kampfes für das Menschenrecht auf Asyl dar. Dieser Tag macht deutlich: „Flüchtlingspolitik muss sich an Menschenrechten orientieren.“

Laut dem UN-Hochkommissariat für Flüchtlinge (UNHCR) sind weltweit über 50 Millionen Menschen auf der Flucht vor Krieg, Konflikten und Verfolgung. Davon fast die Hälfte sind Kinder und Jugendliche (46,2% Stand 2013). Diese Menschen haben alles verloren und die Furcht um ihr eigenes Leben ist der Grund, warum sie eine sichere Zukunft im Exil suchen. Freiwillig verlassen die wenigsten ihr Land. Anlässlich des internationalen Gedenktages für Flüchtlinge organisieren heute über 70 Länder, darunter auch Deutschland, kulturelle Begegnungen und festliche Aktivitäten. In der Aktion „Jeder Flüchtling hat eine Geschichte“ des UNHCR sagt ein Flüchtling aus Sarajevo: „Zuhause kann überall sein.“

„Ja das stimmt! Und wir müssen dafür sorgen, dass sich Geflüchtete auch hier in Deutschland und bei uns im Bezirk Mitte heimisch fühlen.“, so Alev Deniz, die Jugendpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion-Mitte, und fügt hinzu: „Auf der bezirklichen Ebene können wir bezüglich des aufenthaltsrechtlichen Status der Geflüchteten nur wenig tun, aber wir können für eine Willkommenskultur sorgen und vorhandene Strukturen in unseren Kiezen unterstützen und ausbauen. Die soziale Arbeit im Quartier steht vor großen Herausforderungen, und wir müssen diese Herausforderung aktiv angehen. Ganzheitliche Angebote vor Ort, insbesondere für Flüchtlinge, in unserem Kiezen müssen langfristig und nachhaltig sichergestellt werden.“ Bei einem Besuch des AWO Landesverbandes Berlin e.V. mit Frau Bundesministerin Manuela Schwesig im Mai, bestätigten die Mitarbeiterinnen, dass immer mehr Frauen mit Flüchtlingsstatus aus verschiedenen afrikanischen Communities oder türkischsprachige Minderheiten aus Bulgarien die Beratungsstelle aufsuchen. Sie wiesen darauf hin, dass die reine Beratungstätigkeit insbesondere für diese Zielgruppe nicht ausreicht und schätzen die individuelle und längerfristige Begleitung der Frauen in die Arbeitswelt, neben der Sprachförderung, als eine der wichtigsten unterstützenden Maßnahmen für die soziale Integration ein.

Geflüchtete haben jedoch nicht nur mit Bürokratie und Sprachproblemen zu kämpfen. Menschen, die aus Krisenregionen geflüchtet sind, weisen häufig schwere Traumatisierungen durch Gesehenes und Erlebtes auf. Aus diesem Grund ist die psychotherapeutische Betreuung und Behandlung von großer Bedeutung. „Ich bin froh, dass wir das Behandlungszentrum für Folteropfer e.V. in Mitte haben, deren Arbeit bereits mit dem Integrationspreis des Bezirks 2013 gewürdigt wurde.“, sagt Alev Deniz und betont: „Die schwierigste Aufgabe vor Ort ist es, die Vorurteile abzubauen.“ Die Auseinandersetzungen in Berlin um neue Flüchtlingsunterkünfte veranlasste die SPD Fraktion deutlich zu machen, dass sie sich zu den Flüchtlingen bekenne. Des Weiteren setzen wir uns fraktionsübergreifend beispielsweise für eine kontinuierliche Qualitätskontrolle aller Flüchtlingsunterkünfte in Mitte, für „Willkommensklassen“ und für die bessere Nutzung des Bildungs- und Teilhabepaketes ein, sowie die Sicherstellung der Unterstützung des bürgerschaftlichen Engagements vor Ort ein.

„Natürlich ist für die Integration der Flüchtlinge die Bildung der wichtigste Schlüssel“, so Fevzi Gün, der schulpolitische Sprecher der SPD-Fraktion-Mitte „Wir müssen, egal in welchem Land auf der Erde, die jungen Flüchtlinge im Sinne des Artikels 28 der UN-Kinderrechtskonvention fördern.“

„Aus diesem Grund mache ich mich als Jugendpolitische Sprecherin auf der bezirklichen Ebene dafür stark, dass Kinder einen Kitaplatz erhalten, schulpflichtige Kinder eine Schule besuchen, Eltern entsprechend beraten werden, minderjährige Jugendliche einen Ausbildungsplatz bekommen und dadurch der Prozess der Integration auf allen Ebenen gefördert wird.“ Dieser Weg ist jedoch nicht einfach und mit vielen Hindernissen verbunden, denn die Integration ist ein langwieriger und anspruchsvoller Prozess. „Für eine erfolgreiche Integration dieser Menschen ist eine enge Zusammenarbeit von Senat, Bezirken und den Akteuren und Bewohner_innen notwendig!“, so Alev Deniz.

Weitere Infos:

UNHCR. http://www.unhcr.de/

UNHCR in Deutschland: http://www.unhcr.de/unhcr/in-deutschland.html

Jeder Flüchtling hat eine Geschichte: http://stories.unhcr.org/de/