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Weddings Brüsseler Kiez

Das „belgische Viertel“ – ein ganz besonderer Flair

Das Weddinger Viertel, das seine Spitznamen durch die Benennung seiner Straßen bekommen hat, kann seinen Anwohnern eine Menge bieten: Beheimatet sind hier u. a. das Anti-Kriegs-Museum, die Beuth-Hochschule, die denkmalgeschützte Kapernaum-Kirche, der Zeppelinplatz. Der Brüsseler Kiez hat durch seine Altbausubstanz seinen eigenen Charme. Gaslaternen, Straßenbrunnen und Innenhöfe tragen neben Bauten, die noch vor dem 1. Weltkrieg entstanden sind, zu diesem besonderen Flair bei.

Doch der erste Eindruck des Viertels ist gestört: Es besteht ein hoher Sanierungsbedarf. Gewerblichem Leerstand wird durch die Vermietung an Wettbüros, Spielhallen, Cafe-Casinos und Shisha-Bars  in einem unerträglichen Maß entgegengewirkt, so dass das Straßenbild leider von diesen Etablissements dominiert wird. Zudem laden ungepflegte Grünanlagen und Müll im öffentlichen Raum nicht zum Verweilen in diesem ursprünglich besonderen Viertel ein. Einige Anwohnerinnen und Anwohner wollten dem Verfall ihres Kiezes entgegenwirken. So gründeten sie im Jahr 2005 die „Bürgerinitiative Brüsseler Kiez“, die durch viele Aktionen bemüht ist, dem Kiez seine Attraktivität zurückzugeben. „Die Bürgerinitiative ist eine wichtige Institution für unseren Kiez“, betonte die Bezirksverordnete Susanne Fischer. Wer mitreden und sich beteiligen möchte, kann dies beim monatlichen „Kiez Stammtisch“ im L` Escargot in der Brüsseler Straße 40 tun. Jeden letzten Mittwoch im Monat trifft man sich ab 19 Uhr, um Themen wie Kiezfeste, Verkehrsberuhigung, Hundekot, Ladenleerstand, Initiierung von Kiezgesprächen, 4-Kneipen-Dartturnier, Baumscheibenbegrünung und Promenadenbepflanzung zu besprechen und konkrete Aktionen zu planen. Bei vielen dieser Aktionen wird die Bürgerinitiative von zahlreichen Helferinnen und Helfer aus der Nachbarschaft unterstützt.

Martina Matischok und Susanne Fischer