150 Jahre SPD

“Freiheit und Leben kann man uns nehmen, die Ehre nicht.” – Die SPD Mitte gedenkt Otto Wels

Am 23. März gedachte die SPD Mitte dem letzten parlamentarischen Aufbegehren der sozialdemokratischen Reichstagsabgeordneten gegen das Ermächtigungsgesetzunter der Führung ihres Vorsitzenden Otto Wels. Das Gedenken zum 80. Jahrestag an die letzte freie Rede im Reichstag und den mutigen Widerstand, den die 94 sozialdemokratischen Abgeordneten als einzige Fraktion im Reichstag gegen das Ermächtigungsgesetz mit ihrem „Nein“ geleistet haben, organisierte die Abteilung „Bellevue“ der SPD Mitte.

“Freiheit und Leben kann man uns nehmen, die Ehre nicht.”

Die Rede von Otto Wels wurde nach einer kurzen historischen Einführung von dem Schauspieler Nicolás Artajo-Kwasniewski  verlesen.

Nach einigen Worten von Frank-Walter Steinmeier, der von dem Druck erzählte, dem die Abgeordneten vor und bei der Abstimmung am 23. März 1933 in der Kroll-Oper, dem provisorischen Tagungsort des Reichstages, ausgesetzt waren und dem Mut, den die SPD-Fraktion damals aufbrachte, als sie im Bewusstsein ihrer Lebensgefahr als einzige Fraktion im Reichstag mit „Nein“ gegen das Ermächtigungsgesetz stimmten, gab es eine anschließende Kranzniederlegung zusammen mit Eva Högl an der Gedenktafel.

Die SPD Bellevue hat – dank einer privaten Spende von Peer Steinbrück vor sechs Jahren und mit Hilfe des Vereins Berliner Unterwelten e.V., der hier in Berlin durch die Errichtung informativer Gedenktafeln an Wirkstätten des Nationalsozialismus politische Geschichtsarbeit leistet – am historischen Ort der ehemaligen Kroll-Oper, gegenüber dem Reichstagsgebäude im Großen Tiergarten, unweit des Glockenturms beim Haus der Kulturen der Welt südlich des Kanzleramts und beim Eingang zum “Tipi”-Zelt, eine entsprechende Tafel in Sichtweite von Kanzleramt und Reichstag zum Gedenken an die Geschehnisse in der Kroll-Oper am 23. März 1933 aufgestellt.