Berlin Mitte

Moabiter Zeitungslandschaft: Braucht Moabit drei öffentlich geförderte Zeitungen?

Thorsten Lüthke berichtet über die derzeitige Zeitungslandschaft mit öffentlicher Förderung in Moabit. Es handelt sich dabei um die Moabiter Inselpost im Quartiersmanagement Moabit-West, „21 Grad Ost“ im Quartiersmanagement Moabit-Ost und im Aktiven Zentrum Turmstraße die „Ecke Turmstraße“ mit einer Regionalausgabe. Ende des Jahres läuft die Förderung für einige der Projekte aus. Es ist daher an der Zeit, nicht nur in den Gremien sondern auch öffentlich eine Bilanz über die drei Zeitungen zu ziehen.Derzeit werden in Moabit drei Zeitungen mit öffentlicher Förderung
herausgegeben, es handelt sich um die „Moabiter Inselpost“ im
Quartiersmanagement Moabit-West, „21 Grad Ost“ im Quartiersmanagement
Moabit-Ost und im Aktiven Zentrum Turmstraße die „Ecke Turmstraße“ mit
einer Regionalausgabe.
Alle drei Zeitungen werden von unterschiedlichen Redaktionsbüros
erarbeitet und verantwortet, die sich bei den Ausschreibungen der drei
Fördergebiete durchsetzen konnten.
Alle Zeitungen kamen gleichzeitig Anfang 2011 neu auf den Moabiter
Zeitungsmarkt, sie waren zu ähnlichen Zeiten ausgeschrieben worden und
damals war ich noch Mitglied des Quartiersrates in Moabit-Ost, habe mit
anderen zusammen an der Ausschreibung gefeilt und an den
Auswahlgesprächen teilgenommen.

Ein Wunsch, der damals aufkam, war, die Zeitungen vielleicht von einem
Redaktionsbüro erstellen zu lassen, das gemeinsame Inhalte für den
ganzen Ortsteil Moabit zusammenstellen kann, während es unterschiedliche
Titelseiten und Regionalteile gibt.

Heute haben sich drei ganz hervorragende Zeitungen entwickelt. Im
Aktiven Zentrum Turmstraße informiert die „Ecke Turmstraße“, sie ist
streitbar, musste sich böse Briefe und hohes Lob gefallen lassen.

Zahmer und viel kleinteiliger in der inhaltlichen Gestaltung
präsentieren sich die beiden Zeitungen in den QM-Gebieten. Der Name
„Moabiter Inselpost“ setzte sich bei einer Abstimmung im Stadtteilplenum
Moabit-West durch, dort ist die Zeitung gut verankert, berichtet über
Projekte und Termine.

Die schwerste Aufgabe hatte die „21 Grad Ost“ übernommen, der Name
musste im Quartiersrat neu gefunden werden, als sich Moabit West für die
„Inselpost“ entschieden hatte. Moabit-Ost ist ein viel kleineres, viel
jüngeres QM-Gebiet, in dem eine gemeinsame Gebietsidentität viel
schwerer zu erreichen ist, weil es durch Polizeigelände und Park
zerteilt, kein geschlossenes Wohngebiet ist.

Ende des Jahres läuft die Förderung für einige der Projekte aus. Es ist
daher an der Zeit, nicht nur in den Gremien sondern auch öffentlich eine
Bilanz über die drei Zeitungen zu ziehen.
Die Entscheidung muss in den Quartiersräten getroffen werden, dort
gehört sie hin und dafür sind sie gewählt. Aber es lohnt sich, dort
mitzudiskutieren.

Einige der Fragen, die wir aufgeschrieben haben, sind mir damals bei der
Ausschreibung gar nicht aufgefallen: Barrierearme Zeitungen im Internet?
Darauf bin ich erst durch meine Begegnungen mit dem ABSV gestoßen.

Der Bund hat seine Förderung für die Projekte der Sozialen Stadt
gekürzt, vielleicht müssen wir uns in Zukunft stärker fragen, wofür das
Geld in den Quartieren ausgegeben wurde. Wenn es dann eine Zeitung sein
soll, weil der Quartiersrat es beschließt, dann soll es auch so sein.

Übrigens gibt es in Moabit auch zwei weitere wichtige Medien: Der
Bürgerverein im Stephankiez (BürSte) gibt die Zeitung LiesSte heraus.
Unberechenbar und redaktionell gut gepflegt das Online-Journal MoabitOnline.

Thorsten Lüthke

Links zum Artikel:
Moabiter Inselpost

21 Grad Ost
Ecke Turmstraße
LiesSte
MoabitOnline